Emotionales Potential

Die meisten Menschen identifizieren sich so stark mit der Stimme in ihrem Kopf – dem unablässigen Strom unfreiwilliger, zwanghafter Gedanken und den damit einhergehenden Emotionen, dass wir sie als vom Denken besessen bezeichnen können. (Eckhart Tolle)

Der Verstand ist ein hervorragendes Instrument, wenn man ihn richtig gebraucht und sich nicht missbrauchen lässt von ihm. Er liebt es, auf Erlebnisse und Erfahrungen aus der Vergangenheit zurückzugreifen. Besonders mag er die schlechten Erfahrungen (Schmerzkörper unserer Seele). Das liegt daran, dass unsere Amygdala (Sitz der Emotionen) die Erfahrungen, die besonders stark emotional geprägt sind, auch besonders intensiv im Unterbewusstsein abspeichert. So können wir in Gefahrensituationen besser darauf zurückgreifen. Der Verstand signalisiert dem Erinnerungszentrum: Vorsicht! Pass auf!

Bereits als Kind lernen wir vorsichtiger zu werden, zum Beispiel wenn wir häufiger hingefallen sind oder uns die Finger verbrannt haben. Oder wenn wir im Kindergarten von anderen Kindern verstoßen oder abgelehnt wurden. Das tut weh und man will so etwas natürlich in Zukunft vermeiden. Forscher sagen, dass man in den ersten fünf Lebensjahren am meisten geprägt wird.

Schlechte Erlebnisse aus der Vergangenheit sind oft mit Angst verknüpft und dieses Gefühl tragen nicht wenige Menschen bis ins späte Erwachsenenalter ungeklärt in sich.

Aufgrund der Prägungen und Erfahrungen, die man im Laufe des Lebens sammelt, kann es leicht passieren, dass man zu sehr aufpasst, übervorsichtig ist und dabei die Abenteuerlust und den Mut verliert. Wie ein kleines Kind auf einem Spielplatz, das auf der Bank sitzt und sich nicht mehr traut zu spielen, weil es am Tag zuvor von der Schaukel gefallen ist. Aber von Kindern können wir so viel lernen: Immer wieder sind sie mutig und neugierig. Sie stehen doch von der Bank auf und laufen erwartungsvoll auf die Schaukel zu. Sie wollen etwas erleben, sich selbst und ihr Potenzial austesten, beispielsweise indem sie ausprobieren, wie hoch sie diesmal mit der Schaukel kommen.

Und so ist es auch in unserem Leben: Es ist ein riesengroßer Spielplatz. Aber wie oft passiert es, dass man doch lieber auf der Bank sitzen bleibt?

Setz Dich doch tatsächlich einmal auf eine Bank auf einen Spielplatz und lass Dich inspirieren!

Osho, ein spiritueller Lehrer aus Indien, sagte einst: „Lebe wild und gefährlich!“ Mut bedeutet nicht, frei zu sein von Angst, sondern sich im vollen Bewusstsein seiner Ängste und Unsicherheiten zu stellen, um sie aufzulösen.

Alles was ist, darf da sein! Alle Ängste, Sorgen und „negativen“ Emotionen darfst Du fühlen und alle haben Berechtigung – egal was die anderen sagen! Meistens wollen wir negative Gedanken und Emotionen jedoch „weg haben“. Sie sind uns unangenehm und es hat uns niemand gesagt, wie wir damit umgehen sollen. Doch so werden sie immer größer, denn sie erzeugen einen Konflikt in uns: „Aus einer nicht beachteten Katze wird ein Tiger“.

Emotionen sind dazu da, um gefühlt zu werden. Das Wort „emotion“ kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt so viel wie „sich herausbewegen“. Emotionen wollen nach außen gebracht werden, sie wollen bewegt werden! Das Erkennen und Annehmen von Emotionen ermöglicht Dir Deine emotionale Kompetenz zu stärken. Du lernst mit Emotionen und den daraus resultierenden Gedanken und Verhaltensmustern besser umzugehen und sie in eine klare und positive Richtung zu lenken.

Ganz einfach: es ist entspannt Gefühle von vollkommener Zufriedenheit, innerem Grundvertrauen, Gelassenheit, Klarheit, Akzeptanz, Geborgenheit oder Liebe zu spüren und tatsächlich auch zu leben!

Die Erfahrungen in meinen Seminaren haben gezeigt, dass viele Menschen Gefühle nicht mit Namen benennen können. Oftmals weiß man gar nicht, welche Gefühle es überhaupt gibt. Wie soll man sie denn auch fühlen?

Neben den Basisemotionen gibt es emotionale Regungen und Stimmungen, praktisch Unterkategorien. Hier ein paar davon:

  • aufgedreht, ausgeglichen, anerkannt, ausgelassen, ausgeruht, befreit, begeistert, behaglich, belebt, berauscht, berührt, beruhigt, beschwingt, bewegt, eifrig, energiegeladen, engagiert, entlastet, entspannt, entzückt, erfreut, erfrischt, erfüllt, ergriffen, erleichtert, erstaunt, ermutigt, euphorisch, fasziniert, freundlich, friedlich, fröhlich, froh, freudig erregt, gebannt, gefasst, gefesselt, gelassen, gespannt, gerührt, gesammelt, geschützt, glücklich, gut gelaunt, gut aufgelegt, dankbar, heiter, hellwach, hocherfreut, hingerissen, hoffnungsvoll, inspiriert, interessiert, lebendig, leicht, liebevoll, locker, lustig, lustvoll, schwungvoll, selbstsicher, selbstzufrieden, selig, sicher, spritzig, still, strahlend, stolz, stark, sorglos, sensibilisiert, überschwänglich, überwältigt, unbekümmert, unbeschwert, vergnügt, verliebt, verzückt, vertrauensvoll, vertraut, verwöhnt, warm, warmherzig, wach, weit, wissbegierig, wie neu geboren, zärtlich, zufrieden, zuversichtlich, zauberhaft

Diese Gefühle entstehen, weil wir Menschen alle gewisse Grundbedürfnisse haben. Diese Grundbedürfnisse sind bei jedem Menschen gleich und wir werden mit Ihnen geboren. Hier sind einige von Ihnen:

  • Akzeptanz, Anerkennung, Aufmerksamkeit, Austausch, Ehrlichkeit, Autonomie, Einfühlung, Entspannung, Freiheit, Frieden, Geborgenheit, Gemeinschaft, Gesundheit, Glück, Harmonie, Kontakt, Kraft, Lebensfreude, Liebe, Menschlichkeit, Mitgefühl, Nähe, Ordnung, Respekt, Ruhe, Schutz, Selbstbestimmung, Sicherheit, Struktur, Unterstützung, Verantwortung, Verbundenheit, Vertrauen, Wärme, Wertschätzung, Zugehörigkeit

Der Mensch ist ständig auf der Suche nach der Befriedigung dieser Bedürfnisse. Sollten diese sich nicht erfüllen, weil es dem Menschen an Wissen mangelt, sich diese Bedürfnisse selbst zu erfüllen und nicht von aussen von jemandem abhängig zu machen, entstehen negative Gefühle.

 

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