Kalt und Fett

Wie bereits bei dem Punkt „Vitamine“ erwähnt, brauchen gewisse Vitamine unbedingt Fett, um vom Körper aufgenommen zu werden. Es ist zu unterscheiden, ob Du gutes oder schlechtes Fett zu Dir nimmst. Esse beispielsweise zum Obst Nüsse oder kombiniere sie mit Gemüsesticks als Zwischensnack mit einem leckeren Sojajoghurt und frischem Bärlauchpesto (Biomarkt).

Aber was genau sind Fettsäuren eigentlich? Und welche sind denn nun gut oder schlecht? In Abhängigkeit von Anzahl und Position der chemischen Doppelbindungen unterscheidet man zwischen gesättigten und einfach/mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Gesättigt kommen sie in den bekannten Dickmachern vor, also zum Beispiel Wurst, Fleisch, Butter, fetthaltige Milchprodukte und Käse. Sie machen rund 60 Prozent des Fettkonsums eines durchschnittlichen Deutschen aus. Ein Übermaß dieser Fettsäuren macht allerdings nicht nur dick, sondern fördert auch die Zunahme des „schlechten“ Cholesterins und es kann somit zu Ablagerungen in den Gefäßen führen. Du kannst es mit einem verstopften Regenrohr vergleichen, was immer undurchlässiger für das Blut wird. Eine gute Durchblutung ist Voraussetzung für alle Stoffwechselvorgänge im Körper!

Die Ausnahme macht hier allerdings das Kokosöl. Es besteht zu 90 Prozent aus gesättigten Fettsäuren, doch diese sind ganz speziell zusammengesetzt, nämlich zum größten Teil mittelkettig. Hier liegt der Vorteil darin, dass sie sehr leicht verdaulich sind und die Fettsäuren ohne Mithilfe der Gallensäure wirken. Sie sind wasserlöslich, daher gelangen sie ohne Umschweife über die Blutbahn in die Leber und von dort zu ihren Zielorten. Zudem wirken die mittelkettigen Fette des Kokosöls antimikrobiell, antiviral und antimykotisch – und zwar sowohl bei innerlicher wie auch bei äußerlicher Anwendung. Auch ist bekannt, dass Kokosöl Arteriosklerose und Alzheimer vorbeugen beziehungsweise sogar heilen kann. Das zeigte die legendäre Geschichte des von Alzheimer betroffenen Steve Newport.

Während wir von gesättigten Fettsäuren – mit Ausnahme des Kokosfettes – im wahrsten Sinne des Wortes gesättigt sind, sind einfach ungesättigte Fettsäuren unsere Lebensretter. Reich an diesen Fetten sind Olivenöl, Rapsöl, Avocados und besonders Nüsse in ihrer großen Vielfalt. Zwei von dieser Gruppe der Fette sind lebenswichtig (essentiell) für den menschlichen Körper: dreifach ungesättigte Alpha-Linolensäure und die sechsfach ungesättigte Linolsäure. Beide kann der Mensch nicht selbst produzieren, sondern muss sie durch geeignete Nahrung (zum Beispiel Öle, Nüsse, Samen, Getreide und Blattgemüse) aufnehmen. Den höchsten Gehalt an Omega-3-Fettsäuren haben Leinsamen beziehungsweise Leinöl, Hanföl und fettreiche Fischsorten wie Lachs, Hering oder Makrele. Allerdings würde ich Fisch nur empfehlen, sofern man einen guten Fischlieferanten findet, bei dem der Fisch nicht schwermetallbelastet ist. Auch bei Nahrungsergänzungsmitteln mit „hochwertigen“ Omega-3-Fettsäuren (zum Beispiel Krillöl) achten Sie unbedingt auf die Quelle (Vorsicht bei Fischölkapseln aus Japan).

Omega-6-Fettsäuren sind beispielsweise in Sonnenblumenöl, Sesamöl, Milchprodukten oder fetthaltigem Fleisch enthalten. Problematisch wird es, wenn wir mehr Omega 6 verbrauchen, als wir Omega 3 zu uns nehmen. Deshalb solltest Du auf ein ausgewogenes Verhältnis achten und mehr Omega 3 zu Dir nehmen.

Am allerwichtigsten ist es jedoch, auf gehärtete oder erhitzte Fette zu verzichten, denn dies sind Transfettsäuren, sozusagen die Monster unter den Fetten. Sie sind in vielen Fertigprodukten versteckt, vor allem aber in Margarine. In einer Studie über 16 Jahre, in der mehr als 84.000 Krankenschwestern untersucht wurden, konnte der Verzehr von Transfettsäuren mit einem erhöhten Diabetes-Typ-2-Risiko in Verbindung gebracht werden. Auch das Harvard-Team fand heraus, dass 19 Prozent aller koronaren Herzkrankheiten in den USA vermieden werden könnten, wenn weniger Transfettsäuren verzehrt würden.

Anmerkung: Natürlich ist es absolut in Ordnung, gelegentlich eine Portion Pommes oder Chips zu essen, denn auch hier gilt wieder: Die Dosis macht das Gift! Achte jedoch immer darauf, genügend Omega-3-Fettsäuren zu Dir zu nehmen. Mache Dir zum Beispiel morgens ein Müsli mit Leinsamen, eingeweichten Chiasamen und frischem Obst.

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