Hetzkampagnen, Wahrheiten & Esokram

Bereits in der Schule wird uns erklärt, was richtig und was falsch ist. Richtig ist das, was im Lehrbuch steht und alles andere, was nicht drin ist, ist demzufolge falsch. Wenn Du es fleißig auswendig lernst, dann bekommst Du eine besonders gute Note, Lob und Anerkennung, dass Du ein ganz tolles Kind bist! Unsere leistungsorientierte Gesellschaft ist geprägt von Belohnung und Bewertung. Wir trennen in gut und schlecht. Ist etwas gut, dann gehts uns gut. Ist etwas schlecht, dann gehts uns auch schlecht. Oder ist etwas wahr oder nicht wahr.

Aus gegeben Anlass der aktuellen Situation, der Meinungsverschiedenheiten und unterschiedlichen Sichtweisen in der Welt, stelle ich mir jedoch immer mehr die Frage: Worum geht es hier eigentlich? Geht es wirklich darum viel zu erreichen und jemand Besonderes zu sein, um dafür die wohl verdiente Anerkennung zu bekommen? Geht es darum mehr zu besitzen oder seinen Besitz noch besser fest zu halten? Oder geht es darum, schlauer zu sein als der andere? Oder darum, welche Erkenntnis nun wirklich endgültig die Richtige ist? Oder geht es darum, welcher Nationalität man angehört, wo und wie man aufgewachsen ist? Geht es darum, einer Gruppe anzugehören? Einem Dogma zu folgen? Geht es hier darum Menschen Begrifflichkeiten zu zu ordnen, wie z.B. esoterisch, spirituell, Hippie, Junkie oder Nazi? Oder geht es darum, dass doch eigentlich sowieso alles nur Quatsch ist und die Erde sich auch ohne neue Erkenntnisse immer weiter drehen wird? Vielleicht gehts aber auch einfach darum, dass „Zentrum der Gesundheit“ nur Produkte verkaufen will.

Halt STOPP… Ich weiß worum es geht!

Es geht um Macht…. Es geht doch eigentlich immer nur darum, nicht? Es geht darum, wer sich am besten erklären und die richtige Wahrheit am besten widerlegen kann.. mit Quellenangaben und so. Und es geht darum eine Stellung zu beziehen. Wie wir es gelernt haben… eine Stellung zwischen wahr oder nicht wahr, zwischen richtig oder falsch. Eine Stellung beziehen, ob die ganzen Flüchtlinge nun gut für uns sind oder ob sie dafür sorgen, dass der Krieg zu uns kommen wird. Es geht darum Stellung zu beziehen! Das verschafft uns Macht. Ganz besonders unserem Ego. Denn wenn es Recht bekommt, dann wird es stärker. Sätze wie : „Hab ich doch gleich gesagt…“ oder „Ich wußte es schon immer“ stärken unser Belohnungszentrum und unser Gefühl Anerkennung zu bekommen und damit Macht zu erlangen.

Aber wollen wir wirklich da hin? Wollen wir noch mehr Macht? Wollen wir wirklich immer Recht behalten und wollen wir jedes Mal wieder auf die gleichen Fehler reinfallen, wie unsere Vorfahren und deren Vorfahren? Hat die Menschheit gar nichts dazu gelernt? Irgendwie wird’s langsam langweilig und ist auch immer das Gleiche. Kostet übrigens auch Energie immer nach Gegenargumenten zu suchen. Energie, die man vielleicht auch mit anderen Dingen verschwenden könnte.

 

Gehts nicht eigentlich viel mehr darum, dass jeder für sich sein eigenes Glück findet? Ist es nicht eigentlich egal WIE man sein Glück findet und mit welcher Wahrheit? Wie lange wollen wir diesen Streit zwischen Wirklichkeit und Nichtwirklichkeit noch weiterführen? Fängt der Frieden in der Welt nicht bei jedem von uns selbst an? Ist es möglich, dass die Menschheit irgendwann mal kapiert, dass es genauso wie es unterschiedliche Menschen/ Individualisten, auch unterschiedliche Aussagen, Meinungen und Studien gibt? Ist es möglich, das Wissenschaftler begreifen, dass auch sie sich täuschen können, weil sie vielleicht nur einen winzigen Aspekt außer Acht gelassen haben? Und ist es möglich, dass Veganer vielleicht einmal in Betracht ziehen, dass ihre Lebensweise nicht für jeden das Richtige ist? Ist es möglich, dass wir von Menschen aus anderen Kulturen vielleicht etwas lernen können oder sie von uns? Und ist es möglich, dass sich Krankheitsbilder und Heilungserfolge aufgrund der Konstitution, Disposition, der psychischen Verfassung und der Anzahl der Belastungen unterscheiden können??

Ist es möglich, dass man auch zwischendurch mal auf sein Gefühl hört, statt dogmatisch auf eine vom Verstand erfasste Studie? Und ist es vielleicht auch möglich, dass wir Menschen eines Tages wieder mehr lernen zurück zu unseren Wurzeln zu kommen? Zurück zur Menschlichkeit und den zwischenmenschlichen Werten und unserem Gegenüber mehr Respekt und Wertschätzung entgegenbringen, statt Widerspruch, Überzeugungsarbeit und Bewertung?

Meiner Beobachtung nach sind zwei Bedürfnisse bei den Menschen stark in den Vordergrund gerückt: Anerkennung und Sicherheit. Diese Bedürfnisse sind bei manchen so stark ausgeprägt, dass die anderen Bedürfnisse immer mehr in den Hintergrund rücken. Hier zur Erinnerung einige Beispiele: Ehrlichkeit, Akzeptanz, Autonomie, Einfühlung, Entspannung, Freiheit, Geborgenheit, Gesundheit, Harmonie, Lebensfreude, Liebe, Nähe, Selbstbestimmung, Verbundenheit, Vertrauen. Diese Bedürfnisse gehen mit Emotionen einher. Erfüllen wir uns diese Bedürfnisse nicht selbst, dann suchen wir im außen. Werden sie uns im außen nicht erfüllt, entstehen negative Emotionen, wie Angst, Wut, Enttäuschung, Unzufriedenheit. Dieses führt zu Konflikt, Streit und Krieg und nimmt uns all die schönen Bedürfnisse und Gefühle.

Ist es das, was wir wirklich wollen?

Am Ende unseres Lebens geht es doch eigentlich immer nur um die eine Frage: „Wie glücklich habe ich gelebt“. Und dabei ist es doch ganz egal, wie man dieses Glück interpretiert, welchen Weg man dafür geht oder an was man glaubt im Leben – denn eins ist ganz sicher: Wir sind und bleiben Individualisten, aber unsere Grundbedürfnisse und Gefühle sind immer gleich!

Bis bald,

Eure Carolin

ABOUT AUTHOR

NO COMMENTS

GIVE A REPLY

X