Die heilende Wirkung von Tanzen und Musik

„Die Tanztherapie ist ein Verfahren der künstlerischen Therapie, welches den unmittelbaren Körperbezug im individuellen Tanz zur Erfahrung und zum Ausdruck emotionaler und kognitiver Themen einsetzt.“ (Auszug einer Studie, Institut für Reha-Forschung und Prävention Mannheim)

In sämtlichen Kulturen zelebrieren Menschen das Leben durch Rituale die Mensch, Musik und Tanz vereinen. Auch gewisse Rauschmittel aus der Natur, die durch den Tanz ausgelöste Trancezustände intensivieren, gehören noch immer in vielen Kulturen mit zu solchen Ritualen. Dazu bedient man sich einheimischen Pflanzen, die diesen Zustand hervorrufen oder Pflanzen die vergoren und daraus Alkohol wurde oder aber auch aphrodisierende Geschenke aus der Natur, die die Menschen in sinnliche Zustände versetzte.

Berühmte Tänze, wie der brasilianische Samba-Tanz, der uns mit Worten wie „tanze Samba mit mir die ganze Nacht“ nachhallt oder die berühmten afrikanischen Tänze, zu deren Trommelbeat man sich ebenso in Trance tanzt, sind legendär. Auch die indische Kultur setzt den Tanz ein, um sich Zugang zu den Göttern zu verschaffen oder ihrer Sinnlichkeit Ausdruck zu gewähren. Erinnern wir uns an den argentinischen Tango, der vor Leidenschaft und erotischem „Nahsein“ nur so Feuerfunken versprüht oder an den Bauchtanz, der in der schönsten Form die Weiblichkeit verkörpert, wie kein anderer Tanz.

Tanzen gehört(e) also schon immer mit zum Leben dazu. Nicht umsonst entdeckten wir einst die heilende Kraft des Tanzes und der Musik. Ein Musikinstrument zu erlernen wird einem heutzutage schon fast in die Wiege gelegt, aber auch das Singen gehörte einst mit zum Alltag der Menschen. Meiner Beobachtung nach verlieren diese Dinge mit zunehmenden Älterwerden jedoch oftmals an Bedeutung. Auch in vielen Kulturen schreitet diese Entwicklung immer stärker zurück. Schade eigentlich, denn diese Form des Loslassen und der emotionalen Verarbeitung, betrachte ich als therapeutisch sehr wertvoll. Denn es könnte bei vielen Menschen, die Schwierigkeiten haben loszulassen oder Emotionen anzunehmen ein bahnbrechendes Erfolgskonzept sein. Aber auch bei Menschen, die von Negativität betroffen sind, kann diese Form der Therapie sehr erfolgversprechend sein. Vor allem aber kann es auch Menschen Heilung bringen, denen es verwehrt ist sich in andere Personen einzufühlen. Denn durch das Spüren und Wahrnehmen seiner eigenen Gefühle, könnte man es somit auch mehr bei seinem Gegenüber.

Auch von dem oft „festgefahrenen“ Alltag mal abzulassen, kann durch die regelmäßige Anwendung der Tanztherapie verbessert werden. Somit reduzieren sich Gefühle wie Negativität und typisches „Gemecker“ über Politik oder über Menschen oder andere vorherrschende Themen. Denn dann sind diese Themen einfach nicht mehr vorherrschend, sondern eher die Schönheit des Moments. Vor allem Emotionen, die man häufig im Alltag wegdrückt, weil man kein Raum hat sie zu verarbeiten, werden durch Bewegung – kombiniert mit musikalischer Begleitung – besonders intensiv verarbeitet.

Das Wort „Emotionen“ kommt von dem Lateinischen Wort „emovere“ und heißt so viel wie „herausbewegen“ oder „etwas hinwegbewegen“. Auch aus der englischen Übersetzung E-Motion wird das Sinnbild von Emotionen kombiniert mit Bewegung deutlich. Indem man die Musik also fühlt und gleichzeitig über seinen Körper nach außen transportiert oder bewegt, verarbeitet man emotionale Prozesse mehr als irgendeine andere Form der „Therapie“. Es ist ein bisschen verwunderlich, warum man eine Studie darüber braucht und dem Kind ein Namen geben muss, was eigentlich so lang und tief in unseren Wurzeln verborgen liegt. Dadurch, dass es jedoch therapeutisch immer mehr eingesetzt wird, bekommt es mehr Stellenwert.

Sind Dj´s also die neuen Tanztherapeuten? Braucht man wirklich eine Tanztherapie auf Rezept verordnet, um seine Gefühlen Ausdruck zu gewähren? Für Menschen, die sich nicht trauen einfach in einen Club zu gehen, weil sie niemanden kennen, gibt es auch schon gute Angebote für Tanz-Workshops oder Tanzstunden oder schöne Konzerte. Natürlich kann man aber auch einfach zu Hause laut die Musik aufdrehen und los tanzen, aber es ist vor allem die Gemeinschaft, die das tief in uns verborgenen Bedürfnis nach jenen Ritualen, wie sie bei unseren Urahnen einst normal waren, stärkt. Und auch ist es die Regelmäßigkeit, die übt. Nutze also jeden Moment, wo Du verarbeiten und loslassen kannst … ABER bedenke auch die Gegenseite: Zu viel des Guten kann manchmal zu viel sein 😉 Finde also die Balance. In meinen Detox- Workshops unterstütze ich Dich darin die Balance zu finden.

https://www.facebook.com/events/1544966885798078/

Also tanz als ob es kein Morgen gäbe!

Bis bald
Deine Carolin

Anbei noch ein kleines Video, welches ich auf Koh Tao gedreht habe, über Annahme von Gefühlen.

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